Blog,  Leben mit Kindern

Das Problem ist nie das Problem

Kennst du das? Es ist eine ganz normale Alltagssituation. Vielleicht bist du gerade beim Abendbrot richten und sagst zu deinem Kind ganz nebenbei: Wasch bitte heute Abend noch deine Haare.
Oder du fragst deinen Sohn am Nachmittag: Hast du eigentlich dein Zimmer aufgeräumt? – Irgendetwas in der Art. Oder deine Tochter sitzt an den Hausaufgaben. Und auf einmal tickt sie völlig unerwartet aus. Gerade eben schien noch alles ganz friedlich und dann dieser Ausbruch!
Dein Sohn wird wütend und schreit: Immer ich! Wieso muss eigentlich ich immer alles machen? Das ist voll unfair!
Deine Tochter zerknüllt frustriert ihr Arbeitsblatt: So ein Sch…! Das kann ich nicht, das werde ich nie können! 

Du bist verwundert, über diese heftige Reaktion und wiederholst deine Bitte oder deine Frage noch einmal ruhig. Vielleicht noch mit dem Zusatz: Das ist doch jetzt kein Grund so auszuflippen.

Da kommt dein Kind erst richtig in Fahrt. Wütend haut es dir wieder die gleichen Vorwürfe um die Ohren und noch ein paar neue dazu: Ich finde es einfach so gemein! Alle dürfen … Nur ich … Und überhaupt…! (Die Details erspar ich dir – du kannst es dir sicher lebhaft vorstellen, hast vielleicht sogar eine Situation im Kopf, die du erst neulich mit deinem Kind selbst erlebt hast.)

Bisher warst du noch relativ entspannt, aber jetzt merkst du, wie der Ärger auch in dir hochsteigt. Und schon fliegen die Sätze hin und her und der Streit ist voll im Gange. Auf der einen Seite dein Kind, das hoch erregt ist und für kein sachliches Argument mehr zugänglich – auf der anderen Seite du, die gerade die Nerven verliert. Schließlich soll das Abendessen ja auch gleich fertig sein, dein Mann kommt gleich nach Hause, alle haben Hunger und der Große ist immer noch nicht vom Spielen zurück… 

Solche oder ähnliche Situationen kenne ich persönlich viele und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe dann: 

Das Problem ist nie das Problem!

 

Erst gestern hatte ich wieder so ein Erlebnis. Meine Tochter wollte sich eine neue App auf ihr Handy laden, mit der sie zeichnen kann. Nach der ungefähr fünften App, die nicht so funktionierte, wie sie es sich gewünscht hatte, knallte sie wütend ihr Handy auf den Tisch und „tickte“ in der Weise aus, die ich oben bereits beschrieben habe.

Glücklicherweise kam mir dieses Mal gleich in den Sinn: Das Problem ist nicht das Problem!
Also sagte ich zu ihr: Ich verstehe, dass du wütend bist. Aber die Handy-App ist doch nicht wirklich das, was dich belastet. Worum geht es wirklich? Was ist los? Was bedrückt dich?

Erst antwortete sie gar nichts – Stille – dann brach es aus ihr heraus: Der … ist so gemein! Ich geh nie wieder in die Schule! Das kannst du dir abschminken! 

So – jetzt hatten wir das eigentliche Thema „geknackt“. Ich war froh, dass sie es dieses Mal so schnell geschafft hatte, ihrer Angst Raum zu verschaffen, sie beim Namen zu nennen. Das war schon einmal der erste Schritt. 

Unglaublich wütend erzählte sie mir von der Situation in der Schule, die sie erlebt hatte. Ich spürte die Verletzung in ihr. Und die Angst davor, dem besagten Kind in der Schule wieder zu begegnen. Sie war felsenfest davon überzeugt, dass sie dieses Mal nicht nur dumme Sprüche abbekommen würde, sondern auch körperliche Angriffe. 
In ihrem Kopf hatte sie es sich wohl schon mehrmals in den schlimmsten Farben ausgemalt –  wie sie wieder verletzt werden würde und nicht wusste, wie sie sich wehren konnte. 

Das Gefühl der Ohnmacht in ihr war übermächtig. Die Angst hatte Oberhand und versperrte ihr den Zugang zu jeder anderen Sichtweise der Dinge. 

Ich hatte ihr schon häufig helfen können, wenn sie besorgt oder verunsichert war, wenn sie das Vertrauen in sich kurzzeitig verloren hatte und nicht mehr spürte, wie stark sie eigentlich war. Doch das Loch, in das sie da gerade wieder gefallen war, war zu tief – zu weit war sie in ihrer negativen Gedanken- und  Gefühlsspirale schon abwärts gerutscht, als dass ich sie mit „Coaching“ noch herausholen konnte.

In diesen Fällen bin ich so unendlich dankbar für unsere „Helfer aus der Natur“ – die Bachblüten. Ich legte ihr die Dose mit den Rescue-Bonbons hin und bat sie, diese zu nehmen. Dann ließ ich meine Tochter kurz alleine, da ich die Erfahrung gemacht hatte, dass es unglaublich wichtig für sie war, sich selbst für die Einnahme der Bachblüten entscheiden zu können.  Nach der ersten Abwehrreaktion – Die können mir auch nicht helfen! – kam sie keine fünf Minuten später zu uns an den Esstisch und war wie ausgewechselt. Mein verzweifeltes, zutiefst trauriges Kind, das keinen Lichtblick am Horizont mehr sehen konnte, war wieder in seiner Mitte angekommen. 

Wieder einmal hatten die Bachblüten bewirkt, was Worte und Taten letztlich nicht mehr schaffen: Meinem Kind die Tür zu öffnen, die kurzzeitig zugefallen war: Die Tür zu sich selbst, zu seinen Stärken, seinem Selbstbewusstsein und seinem Urvertrauen. Jetzt konnte sie es wieder spüren:

Du bist gut so, wie du bist!

Und dafür war und bin ich unglaublich dankbar.

Wenn du mehr über Bachblüten erfahren möchtest, dann klicke auf meine Seite: Bachblüten – Helfer aus der Natur

Ein tolles Buch, das gerade Mädchen in ihrem Selbstwertgefühl stärkt, findest du bei meinen Buchtipps: Ich bin, wie ich bin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.