Körper und Seele

Du bist gut so!

Es gibt vermutlich immer wieder Phasen in deinem Leben, in denen du verunsichert bist und an dir zweifelst. Vielleicht ist der Auslöser eine Aufgabe, die dich heraus- bzw. überfordert und du hast den Eindruck, allen anderen gelingt immer alles mühelos, nur dir nicht. Vielleicht bringt dich eine Bemerkung einer Freundin oder eines Arbeitskollegen ins Grübeln: Wie hat sie/er das gemeint? Habe ich etwas falsch gemacht, etwas Falsches gesagt?  Mag er/sie mich überhaupt?
Oder du findest mal wieder andere Frauen hübscher und anziehender als dich selbst. Wenn du dich mit ihnen vergleichst, sind deine Haare zu kurz, deine Lippen zu schmal, deine Figur zu unsportlich… naja, du kennst diese oder andere abwertenden  Gedanken bestimmt.  

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
und der Anfang der Unzufriedenheit.“

– Sören Kierkegaard

Rasch können solche Vergleiche dich herunterziehen, obwohl du gerade noch gut gelaunt und zufrieden mit dir selbst warst. Da reicht manchmal nur ein kleiner Auslöser und schon wird das „Ich bin nicht gut genug“-Programm in deinen Zellen aktiviert. Mühelos findest du weitere ‚Beweise‘ dafür, dass es stimmt, was du denkst. Manche Glaubenssätze hat man so verinnerlicht, weil man sie unter Umständen bereits als Kind von Eltern, Lehrern oder Mitschülern hören musste. Aussagen wie: Das kannst du nicht. Das musst du doch jetzt endlich mal verstehen – ich habe es dir schon hundert Mal erklärt. Oh, Mann, bist du doof! Du wirst es nie verstehen. Immer machst du die selben Fehler – wann lernst du es endlich mal? ….

Solche oder ähnliche Aussagen, die den Erwachsenen oft unbedacht herausrutschen oder von anderen Kindern unreflektiert weitergegeben werden, führen zu falschen inneren Glaubenssätzen: Ich kann nichts. Ich bin dumm. Ich werde es nie lernen. Unter Umständen gehörst du auch zu den Menschen, die sich selbst immer wieder abwerten – vermutlich unbewusst, trotzdem leider sehr effektiv. Denkst oder sagst du dir bei einem Missgeschick vielleicht häufig: Bin ich dumm! oder: Typisch, ich – mal wieder alles vergessen bzw. In solchen Dingen bin ich einfach eine Niete!? Ich spüre schon beim Schreiben dieser Sätze wie alte Muster, negative Gefühle in mir hochkommen und ich mich zunehmend schlechter fühle… Geht es dir auch so?
Solche Abwertungen, egal ob ausgesprochen oder in Gedanken, untergraben dein Selbstwertgefühl und lassen dich nicht mehr die eigentliche Wahrheit spüren, die ganz einfach und viel besser ist:

Du bist gut so wie du bist!

Alles an dir ist genau so richtig, wie es ist. Das darfst du glauben – denn Gott macht keine Fehler!
Gott hat dich erschaffen und wollte dich genau so haben, wie du bist – als einen wundervollen Menschen!

Ein Satz, den ich erst gehört habe, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben und ich habe ihn mir gleich aufgeschrieben:

„Wenn du dich sehen könntest, wie Gott dich sieht, würdest du oft lächeln.“

– Neale Donald Walsh

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir hat dieser Satz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Was also kannst du tun, um deine negativen Glaubenssätze loszulassen? 

 

Stelle dich vor den Spiegel und schaue dir in die Augen. Blicke dich an, wie du einen Menschen anblickst, den du sehr liebst – denn das solltest du tun: Liebe dich selbst! 
Schau dir also wohlwollend, voller Liebe in die Augen und sage zu dir selbst: Ich bin gut so wie ich bin! 
Sage es dir mindestens drei Mal: Ich bin gut so wie ich bin! Ich bin gut so wie ich bin. Ich bin gut so wie ich bin. 
Und dann atme einmal ganz tief ein und wieder aus, um diesen Satz in dir zu verankern.
Mach das jedes Mal, wenn du an einem Spiegel vorbei kommst. Am besten 3 Mal am Tag. Noch besser: Immer, wenn du gerade daran denkst. Hänge dir kleine Zettel in den Kleiderschrank, an die Küchentür, erstelle dir einen Handyhintergrund mit diesem Satz, programmiere den Sperrbildschirm deines Computers damit oder was dir sonst noch einfällt: Ich bin gut so wie ich bin!

Vielleicht kommst du dir beim ersten Mal vor dem Spiegel etwas komisch vor. Du musst es ja nicht unbedingt ausprobieren, wenn gerade die ganze Familie im Bad ist 😉 Es kann sein, dass es eine Weile dauert, bis du eine Wirkung merkst. Genauso kann es aber auch sein, dass gleich nach den ersten Sätzen, die du dir vorsprichst, eine Veränderung spürst. Auch ich kam mir zuerst etwas seltsam vor, als ich mit meinem Spiegel-Ich zu sprechen begann. Ich weiß noch genau, dass ich den ersten beiden Sätzen, die ich zu mir sagte, nicht glaubte, was ich sprach.
Doch als ich mir weiter durch den Spiegel tief in die Augen blickte, hatte ich auf einmal das Gefühl, in meine Seele schauen zu können. Auf einmal kamen die Worte, die ich sprach, in meinem Herzen an. Wie wenn eine Mutter ihr Kind in die Arme nimmt und zu ihm sagt: Es ist alles gut! Ich hab dich lieb, so wie du bist. Und ich begann zu lächeln. Ein Strahlen breitete sich in mir aus und eine Gewissheit: Ja, ich bin wirklich gut so wie ich bin!

Es funktioniert tatsächlich! Dein Gehirn kann nämlich erst einmal nicht unterscheiden zwischen Dingen, die real passieren und Dingen, die wir ihm ‚vorspiegeln‘. Du glaubst das nicht? Hast du schon einmal bei einem sehr romantischen Liebesfilm geweint oder bist bei einem Thriller so erschrocken, dass dein Herz laut klopfte? Du wusstest genau, dass die Situationen nicht real sind, dass es sich nur um Schauspieler handelt, die nach einem Drehbuch arbeiten – aber es hielt dich nicht davon ab Liebe, Traurigkeit oder Angst zu spüren, zu fühlen. 

So ist es mit den Affirmationen auch. Affirmationen sind selbstbejahende, positive Sätze. Wenn du sie häufig denkst oder sprichst (und das gesprochene Wort ist noch weitaus machtvoller), glaubt dir dein Unterbewusstsein. – Du hast ja schließlich auch begonnen zu glauben, dass du zu dumm, zu dick oder ’nicht richtig‘ bist, nachdem du es oft genug gehört hast. Natürlich kannst du auch andere positive Affirmationen wählen, z.B:

Ich glaube an mich.

Ich liebe mich jeden Tag mehr.

Ich bin wertvoll und geliebt.

Ich gebe immer mein Bestes.

Bitte gib nicht auf, falls du nicht gleich beim ersten Mal mehr Liebe zu dir selbst, Akzeptanz und Zufriedenheit fühlen kannst. Vielleicht sind deine negativen Glaubenssätze sehr tief in dir verankert, vielleicht hast sie einfach zu oft gehört.
Die gute Nachricht ist: Es ist nie zu spät für eine Veränderung! Du kannst jederzeit damit anfangen, deine Gedanken umzuprogrammieren, um dein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen und die Liebe zu dir selbst wiederzufinden. Manchmal dauert es nur eine Weile. Bleib dran! Es lohnt sich. 

Quellen: Die ‚Spiegelarbeit‘ von Louise Hay; Neale Donald Walsh: Glücklicher als Gott

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