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Ein starker Schritt zum Schutz der Mädchen – Kinderehen in Malawi annulliert

Theresa Kachindamoto, die Chefin des Distrikts Dedza in Malawi, Afrika, annulliert 850 Kinderehen und schickt die Mädchen zurück in die Schule.

Wenn du ein Mädchen bist und in Malawi lebst, ist es mehr als wahrscheinlich, dass du weit vor dem heiratsfähigen Alter bereits verheiratet wirst. Was bedeutet, dass du kurz nach deiner Heirat schwanger bist und die Schule verlassen musst.

Die höchste Rate an Kinderehen in der Welt

Die Hälfte aller Frauen in Malawi werden bereits lange bevor sie 18 Jahre alt werden, verheiratet – somit verzeichnet Malawi einen traurigen Rekord: Die höchste Rate an Kinderehen auf der Welt.

Doch eine Frau wollte das nicht weiter hinnehmen und begann ihren Kampf für die Freiheit der Mädchen und gegen Gewalt an Frauen und Mädchen: Theresa Kachindamoto.

Theresa Kachindamoto - eine selbstbewusste, starke Frau

Als Jüngste von 12 Geschwistern wuchs Theresa Kachindamoto in einer traditionsbewussten Familie im Dedza Distrikt um den See Malawi auf.

Kinderehen waren in ihrer Kultur und in ihrem Dorf allgemein akzeptiert und viele Familien verheirateten ihre Töchter aus finanziellen Gründen sehr früh.

Mädchen, die selbst noch Kind bereits die Rolle der Ehefrau und Mutter einnehmen mussten – diese Tradition wollte Theresa Kachindamoto brechen.

Den gerade einmal 12-jährigen Mädchen gab sie auf ihren Reisen durch Monkey Bay Hoffnung mit den Worten: „Ob es euch gefällt oder nicht, ich möchte, dass diese Kinderehen aufhören.“

In ihrer Amtszeit als Chefin eines Distrikt mit mehr als 900.000 Einwohnern gelang es ihr, die Annullierung von 850 Kinderehen durchzusetzen, so dass viele Mädchen zurück in die Schule gehen konnten

Foto: Wikipedia Commons

„If you educate a girl, you will educate a whole area.“
– Chief Theresa Kachindamoto

„Wenn du ein Mädchen ausbildest, dann bildest du eine ganze Region aus.“

 

Hoffnung für alle Mädchen in Malawi

Den Mädchen blieb bislang nichts anderes übrig, als sich in das Schicksal der zu jungen Mutter und Ehefrau zu fügen. Die Armut in Malawi ist groß. In vielen Familien können nicht einmal die wichtigsten Grundbedürfnisse abgedeckt werden, so dass Eltern ihre Mädchen in frühe Heiraten zwingen – in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

„Because I lacked basic needs from my parents, I decided to have a boyfriend and I became pregnant.“
– Glory Mwale – verheiratet und schwanger mit 16 Jahren

Neben dem Verbot der Kinderehen kämpfte  Theresa Kachindamoto gegen „kusasa fumbi“ – einer Tradition, bei der junge Mädchen sogar schon im Alter von 7 Jahren in sogenannten Camps Sexualpraktiken lernen, damit sie später ihre Ehemänner befriedigen können. Trotz starker Anfeindungen und Drohungen, die sie aufgrund ihres Engagements für Mädchen und junge Frauen bekam, setzte sie zielstrebig ihre Vision einer besseren Welt um, änderte Gesetze, überzeugte andere Destrikt-Chefs vom Verbot der Kinderehen und entließ sogar konservative Chefs, die nicht einsichtig waren. Unterstützt wurde die charismatische Führerin in ihrer Mission von der Vereinigung UN Women, die sich für Gleichberechtigung einsetzt und Frauen stärkt.

Auf die Morddrohungen angesprochen sagte die mutige Frau:

„Es interessiert mich nicht, es ist mir egal. Ich sagte, wir können uns gerne zusammensetzen und reden, aber die Mädchen werden zurück in die Schule gehen.“

Mädchen sind unsere Zukunft

Theresa Kachindamoto ist eine bewundernswerte Frau, die sich unermüdlich für die Rechte der Mädchen in ihrem District in Malawi einsetzt. Ihr Einsatz ermöglicht den Mädchen dort, ihre Ausbildung wieder aufzunehmen, schenkt ihnen ihre Kindheit zurück und ihre Freiheit.

Bildung ist ein Grundrecht und die Zukunft der Mädchen

Wenn auch du dich für die Rechte von Mädchen und Frauen – nicht nur in Malawi – einsetzen möchtest, informiere dich bei UN WOMEN Deutschland oder PLAN über Spendenmöglichkeiten, Paten- oder Mitgliedschaften.

Quellen:

www.lifegate.com, Newsner, Wikipedia, PLAN, UN Women

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