Körper und Seele

Im Gespräch mit Gabriele Wölfel – über Yoga, Mantrasingen und Frauentempel

Gabriele Wölfel ist Yogalehrerin, spirituelle Musikerin und Meditationsleiterin.

Im Alter von 15 Jahren hatte Gabriele Wölfel einen schweren Unfall. Sie fiel aus sehr großer Höhe von einem Baum und brach sich die Wirbelsäule – Diagnose: Querschnittslähmung. Ab Nabelhöhe konnte sie ihren Körper nicht mehr spüren. Trotzdem war sie erfüllt von einem starken Lebenswillen und einer sehr real anmutenden Vision, in der sie sich tanzen sah. Nach zahlreichen Operationen und mindestens sechs Stunden mentaler Arbeit am Tag lernte sie wieder ihre Beine zu spüren – durch Konzentration, Vorstellungskraft und der klaren Absicht, etwas zu fühlen.

Ihre spirituelle Entwicklung führte sie im Alter von ca. 20 Jahren nach Indien. Dort lernte sie den Buddhismus kennen, machte ihre ersten Erfahrungen mit Meditation und erfuhr das Mantrasingen als Weg, ihre Gefühle anzunehmen und sich mit etwas Größerem zu verbinden.

Ich hatte die Freude, mit ihr ein Interview zu führen – über Yoga, Mantra-Singen und ihr neues Angebot – den Frauentempel.

Das Interview

Monika:
Hallo liebe Gabriele!

Herzlich Willkommen – schön, dass du da bist! Ich freue mich ganz besonders, dass du es bist, mit dir ich mein erstes Interview für monilisa machen darf.

Gabriele, kennengelernt haben wir uns vor etwa einem Jahr, als ich den ersten Yoga-Kurs bei dir belegt habe. Mittlerweile bin ich in der dritten Runde und möchte diese Zeit für mich und das Yoga mit dir nicht mehr missen. Magst du uns erzählen, wie du zum Yoga gekommen bist?

Was bedeutet Yoga für dich?

Gabriele:
Hallo liebe Monika,
ja ich freue mich auch sehr über Dein Interesse und Deine Wertschätzung. Für mich ist Yoga das Leben.
Wie gehe ich mit mir und dem Leben um? 

Unser Leben, unser Mensch-Sein hat so viele Aspekte. 

Zuerst einmal verstehe ich darunter, präsent zu sein, mit dem was ist, was sich gerade zeigt und das zu fühlen. Oft schweifen wir ja mit unseren Gedanken ab, in die Vergangenheit oder in die Zukunft.
Aber ganz im Körper anwesend zu sein und zu spüren, was fühle ich denn jetzt gerade, wenn ich hier so sitze und mit Dir spreche?

Wie fließt der Atem?
Wie fühlt sich mein Bauch, mein Becken an, wie fühlt sich mein Herz an?
Ich ermutige auch gerne zu einer inneren Ausrichtung, etwas das meinem ganzen Sein eine Richtung gibt. Dann kann unser  Unterbewusstsein, welches viel machtvoller ist als der Verstand, dieser Ausrichtung folgen oder auch nicht.
Ich setze mir z.B. die Intention, eine bestimmte Charaktereigenschaft zu integrieren und lasse dann los. 

Ich bin mir bewusst: Ich kann gar nicht versagen. Ich kann nur lernen.

Die einzige, die darüber entscheidet, wie ich ein Ergebnis bewerte, das bin ich und mein Verstand.
Das erleichtert das ganze ungemein und befreit.
Auf einmal kann ich alles machen – es gibt kein Versagen!
Egal was passiert, ich kann mich nur entwickeln und erforschen.
Probiere es mal aus: Kein Scheitern, nur noch forschen.” Wenn ich aus dieser inneren Haltung heraus experimentiere, mache ich den Wert meines Selbst nicht von irgendwelchen Ergebnissen abhängig, sondern genieße die Reise, bin neugierig und habe Spaß dabei.

Welche Bedeutung hat die Musik dabei?

Monika:
Das Besondere für mich an den Yogastunden bei dir ist unter anderem die Kombination der verschiedenen Asanas mit Musik. Einige Yoga-Übungen begleitest du sogar selbst mit Mantragesang und Gitarre. 

Musik ist für mich persönlich nochmal ein ganz besonderer Türöffner. Ich bin ein sehr kopflastiger Mensch – auch beim Praktizieren von Yoga schwirren mir doch immer wieder viele Gedanken durch den Kopf. Es ist das Phänomen, das die Yogis „monkey-mind – Affengeist“ nennen. Wenn ich den Klängen der Mantragesänge lausche, kann mein Geist zur Ruhe kommen und meine Seele sich öffnen. Mir sind auch schon Tränen dabei gekommen…

Gabriele:
Ja, die Musik ist für mich ein Weg der Hingabe an die Gefühle. Wie Du schon sagst: Wir denken dauernd an alles Mögliche. Und versuchen so oft unser Leben über den Kopf zu regeln und alles in den Griff zu bekommen. Das klappt eben nur in den Bereichen, wo es um Funktionalität geht.

Aber Gefühle kann man nicht wirklich funktionalisieren, nicht wirklich in den Griff kriegen. 

Gefühle wollen einfach nur gefühlt werden.

Wir geben uns unseren Gefühlen, dem Fließen des Lebens hin, um so mit mehr Lebendigkeit zu leben. Die Dinge fühlen und zulassen, anstatt zu kämpfen. Das Bewusstsein nimmt wahr, wie die Dinge geschehen, ganz spontan. Und so üben wir zu erlauben, das, was ist, zu genießen. Und wenn traurig sein geschieht, geben wir uns dem Traurigsein hin. Wenn Widerstand ist, geben wir uns dem Widerstand hin.

Für mich ist das Mantra-Singen meine Art zu beten, mich zu verbinden.

Ich spüre dabei die Kraft meiner Stimme, die erhebende Kraft meiner Gefühle, wenn ich für alle Wesen um Gesundheit und Frieden bitte.

Intensive Gefühle sind eine machtvolle Energie, die in Demut an einen inneren Frieden, eine Stille, hingegeben werden. Aus dieser Stille wiederum, aus der heraus alles geschieht.

Die Frauen, die bei mir im Yoga sind, sagen oft, wenn sie längere Zeit in einer Stellung bleiben, hilft ihnen das, sich leichter vom körperlichen Festhalten zu lösen und die seelisch/emotionale Ebene stärker wahrnehmen zu können. Altes Zeug, Blockaden, Gefühle, Muster, die im Körper abgespeichert waren, können mit Hilfe der Musik leichter emotional zum Fließen kommen.

Monika:
Das kann ich bestätigen. Dein Gesang und das Gitarrenspiel während der Asanas hilft mir im Hier und Jetzt zu sein und mich ganz auf meine Gefühle einzulassen. Erst durfte ich wieder spüren, wie sich eine Blockade auflöste. Während die Emotionen in mir hochstiegen und zu fließen begannen, wurde mein Körper auf einmal weicher und beweglicher. Es ist wunderschön diese Erfahrungen zu machen.

He yama yo – ein wunderbares Mantra

Das indianische Mantra He yama yo – ich habe folgende Bedeutung dafür gefunden:

He yama yo wana hene yo
He yama yo wana hene yo

Wahee ya ya na

Hey hey hey ho wahee
Hey hey hey hey hey ho wahee

Ich finde meine Freude in den einfachen Dingen, die von der Erde kommen.
Und ich finde mein Lächeln in der Sonne, die glänzt und das Wasser, das zu mir singt.
Jetzt höre auf den Wind und höre auf das Wasser. Höre, was sie sagen.

Lass sie uns nie vergessen, vergessen wir nie Dank zu geben.
Danke, danke, danke und Lob.

Monika:
Seitdem ich dieses Mantra zum ersten Mal von dir gesungen gehört habe, liebe ich es einfach. Es führt mich in die Ruhe und vermittelt Geborgenheit und Frieden.

Der Frauentempel – ein heiliger Ort der Wertschätzung

Auf deiner Internetseite  schreibst du:

„Ich will andere Frauen auf ihrem weiblichen Weg zu mehr innerer Freiheit, Lebendigkeit und Ekstase unterstützen.“

Die Themen Weiblichkeit, Frau-Sein und das Finden in die eigene weibliche Kraft sind in deinen Yogastunden immer sehr präsent. In diesem Frühjahr bietest du nun ein neues Angebot an – den Frauentempel. Was genau dürfen wir uns darunter vorstellen?

Gabriele:
Freiheit und Ekstase sind Bewusstseinszustände, die alles mit einschließen, auch die Teile unserer Identität, die nicht nett und hübsch ist. Auf dem Weg der Verwirklichung unserer Weiblichkeit, unserer Göttinnen-Kraft sind wir dazu aufgerufen, alles als einen Teil von uns selbst zu erkennen und zu integrieren. Auch unseren Widerstand, unsere Dichte, unsere Angst, unseren Schmerz.

 

Die ursprüngliche weibliche Kraft ist eine starke Kraft.

Die kann auch Angst machen. Wenn wir die verbannten, unbewussten Teile von uns selbst annehmen, werden wir freier. Wir müssen nicht mehr krampfhaft einem künstlichen Selbstbild entsprechen, sondern erlauben allem, was ist zu sein und sich zu verwandeln.
Wir akzeptieren die Dinge so wie sie sind. So bringen wir das Unbequeme und Unerwünschte nach Hause, zurück in unser Bewusstsein. Wir sind reines Bewusstsein, das ist die Aussage vom Yoga.
Alles andere darf dorthin zurückkehren.

Mit unseren Schattenanteilen füttern wir quasi das Zerbrochene in uns. Wir nähren ganz bewusst die inneren Dämonen, um dann zu realisieren, dass unsere inneren Dämonen und die verbündeten Helfer ein und demselben Bewusstsein entspringen und uns zur Ganzheit zurückbringen.

Um diese Dinge geht es im Frauentempel

Es ist ein heiliger Ort der Wertschätzung, wo sich alles zeigen und verwandeln darf, was der Liebe und der Freiheit im Weg steht.

Monika:
Ein heiliger Ort der Wertschätzung – das klingt wunderschön.

Bevor ich dich kennenlernte, hatte ich noch nie von Frauentempeln gehört. Da das Thema Weiblichkeit bei mir aber gerade sehr präsent ist und ich spüre, dass hier Einiges geheilt werden möchte, hat mich dein Frauentempel-Angebot sehr angesprochen. Ich war schon etwas aufgeregt und neugierig, was mich erwarten würde.

Ein geschützter Raum für Frauen

Im Raum war eine wunderschöne Atmosphäre – gedämpftes Licht, Frauen sitzend auf ihren Yogakissen, eingehüllt in die Klänge eines von Gitarre begleiteten, gesungenen Mantras. Ich genoss das freie Tanzen, das sich Bewegen zur Musik, die wertschätzenden Berührungen, die Aufmerksamkeit, das In-mich-hinein-spüren und Wahrnehmen, die Zeit für mich … Und dabei fühlte ich immer die Sicherheit: Nichts muss und alles darf.

Gabriele:
Ja, im Moment liegt mir dieser Satz besonders am Herzen:

Ich werde mich selbst nicht zurückhalten, um mich anzupassen
und ich werde Dich bestärken, das Gleiche zu tun.
– AwakeningWomen

Weil wir dazugehören wollen, machen wir Frauen uns zu oft Gedanken darüber, wie andere Menschen uns sehen könnten und ob sie uns vielleicht sogar verurteilen. Das raubt uns Lebensenergie, Lebensfreude und schränkt uns in unserem Handeln ein. Gerade für Frauen finde ich es wichtig, dass wir nicht krampfhaft versuchen wie Männer zu sein, uns nicht ständig vergleichen und anpassen, sondern unsere eigene weibliche Wahrheit leben. Wenn wir anfangen, das Angst Muster hinter diesem ‚dazugehören wollen‘ zu erkennen und das tiefere Bedürfnis dahinter verstehen, können wir uns von dem Zwanghaften lösen und unser Leben natürlicher und befreiter leben.

Monika:
Liebe Gabriele, ich danke dir von Herzen für dieses wunderbare Gespräch mit dir. Es war mir eine große Freude.

Ich finde es immer wieder sehr inspirierend, wenn du deine Gedanken mit uns teilst. Und ich freue mich von Herzen, dass es Frauen wie dich gibt – mit so viel Herz, Einfühlsamkeit, Mitgefühl und Achtsamkeit. Mit einer großen Liebe zum Leben und Wertschätzung für unser Frau-Sein. 

Noch einmal von Herzen DANKE und NAMASTÉ
– das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir!

Gabriele:

Liebe Monika, ich danke Dir von Herzen für das inspirierende Gespräch!

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam eine neue weibliche Kultur kreieren,
in der wir uns gegenseitig wertschätzen und ermutigen und respektieren, uns wahrnehmen und annehmen in unserer Weiblichkeit, so wie wir sind.

 

Der nächste Frauentempel bei Gabriele

… für alle Frauen, die im Raum Augsburg wohnen:

Sei herzlich eingeladen zum kommenden

Frauentempel am Dienstag 14. Mai um 19 Uhr 

Wovon willst Du frei sein, 
damit Du Dein Leben noch weiblicher und entspannter genießen kannst?
Was willst Du transformieren und loslassen?

Gaia Spirit - Frauen erwachen

Wenn du neugierig geworden bist und mehr über Gabriele Wölfel und ihre Vision erfahren möchtest, dann klicke hier um auf die Internetseite  „Gaia Spirit – Frauen erwachen“ zu gelangen.

Auf dieser wunderschön neu gestalteten Homepage findest du auch weitere Informationen über ihre Angebote vom Yoga über den Frauentempel zum Satsang und Mantra-Singen, Termine und vieles mehr. 

Quellen: Gabriele Wölfel, Delphin TV, AwakeningWomen.de

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