Blog

Ohne Zucker?! – Teil 1: Zucker in „gesunden“ Lebensmitteln

Ich war neugierig auf das Experiment von Damon Gameau, dem Autor des Buches „Voll verzuckert“ und so begann ich zu lesen. 

60 Tage lang nahm Damon Gameau täglich das Äquivalent von 40 Teelöffeln Zucker pro Tag zu sich, beobachtete und dokumentierte dabei die Auswirkungen dieses Zuckerkonsums.

40 Teelöffel, klingt für mich nach extrem viel Zucker, entspricht laut Buch der Menge, die viele Australier (und sicher auch Deutsche) jeden Tag konsumieren, Kinder oder Jugendliche oft noch mehr.

Die Regeln für Damon Gameau's Zucker-Experiment

  • 40 Teelöffel Zucker „versteckt“ in scheinbar „gesunden“ Lebensmitteln und Getränken wie Frühstücksflocken, Müsliriegeln und Säften.
  • Kristallzucker (Saccharose) oder Fruchtzucker (Fructose)
  • keine „Süßigkeiten“ wie Kekse, Schokolade, Eis, Limo, etc.
  • Kohlenhydrate, die der Körper in Zucker umwandelt, zählen nicht
  • fettarme Lebensmittel
  • zweimal wöchentlich Sport wie bisher

Als ich ein Übersichtsbild vom neuen „Speiseplan“ des Autors sah, stutzte ich das erste Mal: Eigentlich unterschied sich diese Übersicht nicht allzusehr von dem, was wir täglich zu Hause aßen – mal abgesehen von der Schokolade, dem Pudding und den Bonbons:

Zum Frühstück Marmeladentoast, Joghurt mit Fertigmüsli und Saft (gut, den gibt`s bei uns nur am Sonntag). Müsliriegel, Trockenfrüchte, Muffin und Sesamkekse als Snacks für zwischendurch. Mittags Nudeln mit Soße oder Pizza, wieder Saft oder Eistee (wir trinken Wasser, höchstens mal Saftschorle) und abends Hähnchen, Reis, Ketchup oder Teriyakisoße, Bohnen in Soße und Tomatensuppe (Fertiggerichte).

Frisches Obst und Gemüse fehlte in diesem Plan völlig – bei uns täglich auf dem Tisch oder in der Brotzeitdose, wobei ich zugeben muss, dass die Kinder beim gekochten Gemüse immer wieder streiken – nicht alles trifft ihren Geschmack und die Kleine verweigert Gemüse leider fast komplett.

Schlechter und "guter" Zucker?

Dann las ich das Kapitel über versteckte Zuckerbomben. Da ich mich schon öfters mit Zucker in Lebensmitteln beschäftigt hatte, war mir durchaus bewusst, wie häufig Zucker auf der Zutatenliste steht – auch wo man es nicht unbedingt gleich vermutet: in Nudelsoßen, Mayo, Fruchtjogurts, Wurst… . 

Ich muss aber zugeben, dass ich mir bisher erfolgreich vorgegaukelt habe, dass es bessere und schlechtere Zuckerarten gibt. So kaufe ich meinen Kindern gerne Müsli- oder Fruchtriegel in der Annahme, dass Birnen- oder Apfeldicksaft, getrocknete Früchte, Honig oder Agavendicksaft zumindest noch mit ein paar Ballast- oder Nährstoffen aufwarten kann, die der „normale“ weiße Zucker aus Zuckerrüben eben nicht mehr hat.

Dass diese Rechnung nicht aufgeht, wurde mir jetzt beim Lesen so richtig klar:
Es gibt keinen guten oder schlechten Zucker! Der Körper verarbeitet Zucker immer auf dieselbe Weise. Und zuviel ist eben zuviel, ganz egal, ob es nun Industriezucker, Biozucker oder Fructose im Dicksaft ist.

Zucker macht aktiv... und danach schlapp

Damon Gameau beschreibt, wie er bereits nach dem ersten „Zucker-Frühstück“ plötzlich völlig aufgekratzt und hyperaktiv wurde, um eine Stunde später in sein erstes Couch-Tief zu fallen…
Und das nach dem Genuss von Jogurt mit Frühstücksflocken und 400ml Apfelsaft.

Ich musste an meine kleine Tochter denken, die – sowieso schon sehr aktiv und voller Energie – schon fast hyperaktiv wird, nachdem sie zu viele Süßigkeiten (wegen Geburtstag, etc.) gegessen hat. Diesen Zusammenhang zwischen viel Zucker und unglaublichem Bewegungsdrang mit pausenlosem Plappern meine ich bei ihr schon häufig beobachten zu haben. Gleichzeitig wird sie  „aufmüpfiger“, schießt häufig über`s Ziel hinaus und scheint sich und ihre Energie z.T. nicht mehr kontrollieren zu können. Allerdings fehlt bei ihr im Anschluss an das „Zucker-High“ der Couch-Absturz. Auf dem Sofa lande höchstens ich – völlig platt und überrollt von ihrer Power!

Quelle: Voll verzuckert – That Sugar Book von Damon Gameau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.